Eintönigkeit Heimquarantäne – 6 Tipps, sich bei Laune zu halten

Die erste Schockstarre nach der Verkündung der Heimquarantäne hat sich schnell gelegt und die meisten Menschen gingen in Aktionismus über, immerhin musste der gesamte Alltag neu organisiert werden. Wir habe Home Office und Lernstrukturen für die Kinder eingerichtet, wichtige Einkäufe erledigt, die Versorgung hilfsbedürftiger Angehöriger organisiert und vielleicht auch ein bisschen die Entschleunigung genossen.

Wenn der neue Alltag zur Routine wird, erhöht sich wieder unser Sicherheitsgefühl. Mit zunehmender Dauer der Heimquarantäne stellt sich aber auch Eintönigkeit ein. Durch den eingeschränkten Bewegungsspielraum haben wir wenig Gelegenheit für Ablenkung und neue Reize.

Die Gespräche drehen sich immer öfter um dasselbe. Wir bilden mit unseren Kontakten, die wir in der Familie oder telefonisch mit unseren Freund*innen pflegen, eine „Gedankenblase“, die wenig Korrektiv von außen erfährt. Auch in den sozialen Medien ist man ja in seiner eigenen Blase gefangen. So kommen wir weniger auf andere Gedanken.

Mein Partner und ich bemerken, dass sich schleichend ein Nebeneinander-Her-Leben einstellt und der „echte“ Austausch untereinander abnimmt. Viele Aktivitäten, an denen wir zusammen Spaß haben, sind derzeit nicht möglich.

6 Tipps gegen die Eintönigkeit

Es gibt aber auch hier einiges, das wir tun können, um uns selbst bei Laune zu halten. Hier ein paar Ideen dazu:

1. Stellen Sie den Tag unter ein Motto

…und setzen Sie sich damit ein kleines Tagesziel. Für sich alleine oder gemeinsam als Paar/ Familie. Das können die viel zitierten Putz- und Entrümpelungsaktionen sein, aber wenn Sie so wie ich auch in der Heimquarantäne nicht unbedingt eine Leidenschaft fürs Putzen entwickeln, fallen Ihnen vielleicht noch ein paar lustigere Dinge (siehe z.B. nächster Absatz) ein.

2. Nehmen Sie sich gemeinsam Zeit.

Planen Sie in ihrem Tag oder mehrmals in Ihrer Woche eine Zeit ein, in der Sie sich bewusst miteinander beschäftigen möchten – und versuchen Sie Abwechslung in Ihre Aktivitäten und Ihre Gedanken zu bringen. Interessant kann es z.B. sein, zu einem gemeinsamen Thema etwas zu lesen/ recherchieren und sich darüber auszutauschen (bestenfalls mal nicht über die Corona-Krise), ein verstaubtes Brettspiel hervorzukramen, gemeinsamen ein schönes Abendessen zu kochen, eine gemeinsame Bewegungseinheit zu machen oder gemeinsam ein Fotoalbum vom letzten Urlaub zu erstellen. Wenn Sie alleine leben, können Sie sich über Videotelefonie mit Freund*innen verabreden und getrennt, aber doch gemeinsam Essen und Bewegung machen.

3. Aktivieren Sie Ihre To-Be-Liste.

Auch wenn die Entschleunigung nicht freiwillig gewählt ist, darf sie genutzt werden. Erinnern Sie sich an die Dinge, für die Sie in Ihrem Alltag keine Zeit hatten und nutzen Sie jetzt die Gelegenheit dafür. Ich denke dabei nicht an Ihre To-Do-Liste, die ziemlich sicher bald erledigt ist, sondern an Ihre To-Be-Liste. Zum Beispiel endlich mal ein persönliches Kochbuch anzulegen, Entspannungsmethoden für den Alltag zu üben, Ihrem Hund ein paar Kunststücke beizubringen, die Sketchnote-Fähigkeiten auszubauen usw. Es soll aber nicht um Selbstoptimierung und neuen Leistungsdruck gehen. Vielleicht wollen Sie einfach länger schlafen, weil Sie sich den Arbeitsweg derzeit sparen, oder am Abend einen Serienmarathon am Sofa starten. Es ist alles erlaubt, was Ihnen gut tut und Ihnen Spaß macht (sofern es eben in ihrer eigenen Wohnung möglich ist).

4. Reizen Sie alle Sinne.

Wenn man viel sitzt und dabei hauptsächlich auf einen Bildschirm schaut, wird es für die Wahrnehmung eintönig. Das war schon vor der Heimquarantäne so. Regen Sie Ihr Gehirn an, in dem Sie zwischendurch auch die anderen Sinne ansprechen:

 Wechseln Sie zwischen unterschiedlichen Medien (Fernsehen, Radio, Bücher usw.)

 Beschäftigen Sie sich auch analog, mit Spielen, Malen, Lesen oder auch Rätseln, Sudoku usw.

 Basteln Sie etwas mit Ihren Kindern oder werden Sie selbst kreativ – etwas geschafft/ erschaffen zu  haben, stärkt unser Gefühl der Selbstwirksamkeit.

 Essen Sie nicht nur Tiefkühlpizza und Fertiggerichte, sondern kochen Sie hin und wieder selbst – und wenn es „nur“ leckere Thunfisch-Spaghetti mit Parmesan und grünem Salat sind – das schafft man auch als Hobbykoch mit den einfachsten Zutaten 😉

 Lüften Sie mehrmals täglich, strecken Sie sich und atmen Sie die frische Luft ein.

 Und ganz wichtig:

5. Machen Sie sich zum Hampelmann. 

Sprich: Bleiben Sie in Bewegung. Auch wenn Sie in Ihrem normalen Alltag vielleicht keinen regelmäßigen Sport machen, sind Sie alleine schon durch die Wege ins Büro, zum Einkaufen oder in die Schule Ihrer Kinder viel mehr in Bewegung als in Heimquarantäne, wo nur noch die nötigsten Wege erlaubt sind. Umso wichtiger ist es für den Körper, aber auch die psychische Stabilität, in Bewegung zu bleiben – Bewegung baut Stresshormone ab, bringt uns auf andere Gedanken, gibt Selbstvertrauen und schüttet nach der anfänglichen Anstrengung Glückshormone aus.

Es gibt viele Möglichkeiten, zu Hause Bewegung zu machen, einfache Kräftigungsübungen, Yoga, Qi Gong  oder eben der Hampelmann. Dazu braucht man meist nur eine Matte oder einen Teppich. Viele Fitness-Apps sind derzeit kostenlos, auf Youtube gibt es zahlreiche Anleitungen. Bitte achten Sie dabei unbedingt auf Ihr persönliches Fitnesslevel, es geht hier nicht um sportliche Höchstleistungen!

6. Führen Sie Tagebuch.

Der Astronaut Scott Kelly war durchgehend ein Jahr im All und empfiehlt, ein Tagebuch zu führen. Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle auf. So schaffen Sie Ihren Gefühlen einerseits Platz, in dem Sie Ihnen einmal am Tag Zeit geben – andererseits grenzen Sie Ihre Ängste usw. auch ein, weil Sie ihnen eben nur einmal am Tag Platz geben. Schreiben hilft die Gedanken zu ordnen. Später kann es interessant sein nachzulesen, was diese außergewöhnliche Zeit für Sie bedeutet hat. Hier finden Sie alle Tipps des Autronauten: zum Link (Link vom 27.03.2020)

Welche Ideen haben Sie, um Abwechslung in Ihren Quarantäne-Alltag zu bringen?

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